Praktische Anwendung von Feng Shui. Ein Beispiel.

erstellt am: 23.02.2013 | von: Kai van Koolwijk | Kategorie(n): Feng Shui, Impressionen / Allgemeines

Ein Gespräch zwischen einem Vastu-Meister (indisches Feng Shui) und einer Mitreisenden, indem er ein Beispiel für die praktische Anwendung von Feng Shui gibt. Aus dem Roman „der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät“ von Nury Vittachi.

… Er (der Meister) lehnte sich zurück und legte die Fingerspitzen aneinander, blickte nach oben und überlegte einige Sekunden. „ich möchte es folgendermaßen formulieren. Vergegenwärtigen Sie sich Ihren Schreibtisch, ob im Büro oder zu Hause. Wo Sie Briefe empfangen und ablegen. Was geschieht dort? Täglich gehen Briefe ein und aus, Faxe, Werbung. Lauter Objekte mit potentiell einbegriffenem Energietransfer. All diese Papiere fordern Reaktionen von Ihnen – den Kauf eines Produktes, einen Rückruf, eine Veränderung. Jetzt sollten wir also reagieren, um die Energie zu verbrennen. Ausführen, was verlangt wird, oder uns dagegen entscheiden und das Schriftstück entsorgen. Was tun wir stattdessen? Wir legen das Blatt erst einmal auf den Tisch, weil wir zu keiner spontanen Reaktion bereit sind. Das geschieht täglich, und ehe wir uns besinnen, liegt ein ganzer Stapel Papier da. Wird er zu hoch, packen wir ihn in eine Schublade. Ist diese überfüllt und lässt sich nicht mehr schließen, stecken wir die Sachen in einen Karton und schieben ihn unter den Tisch. Im Nu ist alles mit Papieren überfüllt, unten, oben, drinnen.“

„Du liebe Güte! Sie haben bei mir spioniert.“

„Leider sieht es bei den meisten Leuten so aus.“

Was geschieht nun mit diesen unausgeführten Papieren – wie haben Sie es genannt? Potentieller Energietransfer?“

„Das kann ich Ihnen sagen. Es kommt der Tag, da Sie sich an Ihren Schreibtisch setzen und eine Menge Arbeit zu erledigen haben – aber Sie können nicht. Sie fühlen sich ungeheuer kraftlos. Sie kommen einfach nicht in Schwung. Und Sie haben keine Ahnung, woran das liegt.“

„Sie Spanner! Sie haben mich durchs Bürofenster beobachtet.“

„Der Grund, warum Sie sich nicht zur Arbeit aufraffen können. Liegt in der Anhäufung eingefrorener Energie. Sie sammelt sich um Sie herum und wartet auf Erledigung. Aber die Kraftlosigkeit durchdringt alles, was Sie tun. Am Ende tun Sie gar nichts.“

„Scheußlich, aber grauenhaft wahr. Wie sieht es mit Computern aus? Ich verkehre heutzutage vornehmlich per E-Mail.“

„Genauso. Der einzige Unterschied besteht darin, dass keine Schriftstücke anfalle, sondern Mails in Ihrem PC. Aber auch die stellen potenziellen Energietransfer dar. Hier wäre ebenso  korrekt, jede Mail zu löschen oder zu beantworten und dann zu löschen. Aber das tun wir nicht, oder?“

„Tun wir nicht, nein.“

„Wir lassen sie im Posteingang stehen, nicht war?“ Sie nickte schuldbewusst. „Im Nu haben wir sechshundert E-Mails im Eingang.“

„Achthundert.“

„Zuletzt verlegen wir sie in einen File namens Archiv – die Computerversion der Schachtel unterm Tisch. Mit demselben Ergebnis. Unsere Mailbox füllt sich mit toter Energie, strahlt Lähmung aus. Wir sind blockiert, unfähig zu nützlicher Arbeit.“

„Ich habe mich oftgefragt, warum ich mich fühle, als würde ich in Sirup waten. Und was lässt sich dagegen tun?“

Er winkte mit dem Zeigefinger. „Hier mein Rat. Ordnen Sie alle Papiere in zwei Stapel, einen für unbrauchbares Zeug, das entsorgt gehört, den anderen Für Sachen, von denen Sie annehmen, sie könnten eines Tages nützlich sein. Dann werfen Sie beide auf den Müll.“

„Beide Stapel?“

„Beide. In diesem Stadium werden sie spüren, welchen Segen Klarheit bewirkt.“

„Und man soll wohl auch sämtliche E-Mails löschen.“

„Richtig, meine Gnädige. Immerhin – selbst wenn Sie es unterlassen, hat dieser reizende Mr. Gates bekanntlich dafür gesorgt, dass Ihr Computer alle paar Jahre abstürzt, sodass Ihr Material ohnehin verschwindet.“

Madame Janet Moore verschränkte die Arme. „Das sind überraschend praktische Ratschläge. Absolut nicht das, was ich erwartet habe.“

Sinha blickte in die Ferne, denn in Ihm regte sich wieder einmal seine philosophische Ader. „Business hat mit Aktivität zu tun. Es dreht sich nicht primär um Herstellung irgendwelcher Artikel, sondern darum, sie zu bewegen. Was nützen Millionenprofite, wenn man sie nicht arbeiten lässt? Nicht Produktion ist das entscheidende, sondern Umsatz. Handeln, bewegen, sich regen – das ist das Herz des Geschäftslebens. Wenn Ihr Arbeitsplatz aufgeräumt ist, Eingang und Ausgang Ihnen die Hände freilassen, dann gibt es Bewegung, Aktivität, Tempo. Dann können Wohlstand und Erfolg einziehen – Sie brauchen freie Bahn.“ …

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