Der lange Marsch zur Akzeptanz der TCM

erstellt am: 04.05.2014 | von: Jürgen Schätzel | Kategorie(n): Impressionen / Allgemeines

 

Der lange Marsch zur Akzeptanz der TCM

Oder wie die TCM im Westen ankam! 

Erst Schüsselerlebnisse entführen uns bisweilen zur Überprüfung der eigenen Verhaltensmuster und deren Gültigkeiten in Bezug zur Gegenwart. Vorgefasste, bereits bewährte Antworten auf neue Situationen verlieren dann an Wert und behindern allenfalls Entscheidungsnotwendigkeiten. Alte Verhaltensmuster sind also extrem inflationistisch. So lange vorsorgliches Lernen aber, als vorauseilende Nötigung des eigenen Geistes empfunden wird,bleibt uns nur die Geißel der Selbsterhaltung in Notsituationen, um endlich über neue und geänderte Handlungsmuster nachzudenken.

Soweit der Zusammenhang von Lernbereitschaft in Schlüsselerlebnissen.

In diesem Zusammenhang lade ich Sie ein zu einer Zeitreise in das Jahr 1971.

Diesem Schlüsselerlebnis erlag auch der Journalist und Berichterstatter der „NEW YORK TIMES“ J.Reston als Begleiter der US-Tischtennis Mannschaft anlässlich des Freundschaftsbesuchs der Mannschaft in Peking. Man muss in dem Zusammenhang unbedingt das damals herrschende politische Klima, in der sich das Ganze ereignete, berücksichtigen.

Bei seinem Aufenthalt in der VR China erkrankte er an akuter Blinddarmentzündung, sodass eine Notoperation erforderlich wurde. Dennoch verschlechterte sich in der Folge sein Zustand.

Um einen unbedingten Erfolg bei der Genesung des Journalisten zu haben, setzten chinesische Ärzte die Traditionelle Chinesische Heilmethode (TCM) ein. Unter der Methode der Akupunktur gelang die Gesundung. Erinnern möchte ich hier erneut an den damals politischen Hintergrund, daher war es außerordentlich wichtig, dass der Begleiter im Tross der amerikanischen Sportler unbeschadet in die USA zurückkehren konnte. Der Einsatz der TCM und deren Wirkung war für den Patienten ein prägnantes Erlebnis. J. Reston erlebte sozusagen am eigenen Leib seine Genesung durch Akupunktur. Sein  Bericht der Veröffentlichung in der „NEW YORK TIMES“ war deshalb die selbsterlebte Heilung durch Akupunktur. Ohne allopathisch-medikamentöse Behandlung war Heilung erfolgt und stellte somit konventionelle Heilmethoden in Frage. Ein Aufschrei der Schulmedizin der westlichen Welt war die Folge. Amerikanische Ärzte machten sich nach dieser Veröffentlichung auf den Weg nach China, um diese Heilungsalternative zu erlernen. Diese für damalige Zeit exotische Methode der Heilung durch Akupunktur hielt nicht nur Einzug in die klassische Medizin in USA, sondern bereichert bis heute auch alternativ praktizierende Ärzte und Heilpraktiker in Deutschland.

Bekanntestes Mitglied der TCM Gemeinde in Deutschland wurde M. Köhnlechner (1925-2007). Ihm gebührt bei der Verbreitung des Wissens über alternative Heilungsmethoden, insbesondere der Akupunktur in der TCM, unbedingt Erwähnung. Erkannt bzw. anerkannt ist heute die Heilmethode der Traditionellen Chinesischen Medizin als alternative und – oder begleitende Therapie zur „Schulmedizin“.

 Quellennachweis:

Paul U. Unschuld „Chinesische Medizin“ 1997Verlag C.H. Beck

J. Reston (1909-1995) „New York Times“1971 © frei seit 2013

acupuncture.com

encyclopaedia-britanica

smithsonian.com

American-acupuncture.com

Infoplease.com

© KVK+JOS 2014

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