
Eule auf Reispapier

Gesundheit
Chinesische Kalligraphie
Die Kalligraphie galt im alten China als hochdotierte Form der Kunst, gestattete sie doch gleichzeitig in ihrer Doppelfunktion eine Möglichkeit der Aufzeichnungen, Verständigung und Kunst. Diese kulturelle Erschließung wird heute einem kleinen Kreis bewusst und erfährt, nicht zuletzt durch den gegenwärtigen Mainstream, eine Renaissance. Die philosophischen Gedanken von Dichter und Denker konnten als Weisheiten aufgezeichnet und somit der Nachwelt zugänglich erhalten bleiben.
Die unleserlichen Kalligraphien gelten als bildlich darstellende Kunst und nicht als schriftliche Aphorismen mit philosophierendem Hintergrund. Sie bleiben bisweilen selbst gebildeten Chinesen unerschlossen.
Die altchinesischen Schriftzeichen sind ein überlieferter Nachweis einer der ältesten Schriftenkulturen der Menschheit. Die heute als chinesische Langschrift bezeichneten Kalligraphien hat das Reich der Mitte erst regierbar gemacht. Es war unmöglich ohne Verwaltungserlasse und schriftliche Vereinbarungen ein Gebiet dieses Ausmaßes zu beherrschen.
Parallel dazu entwickelte sich die Kalligraphie zur Kunstform mit dichterisch philosophierendem Hintergrund. Den chinesischen Kalligraphen ist somit der Spagat gelungen Schrift, Kunst und Philosophie einzubinden. Unser heutiges Wissen über Laotze und Konfuzius, stellvertretend für Viele, sind unmittelbar mit den Kalligraphen des asiatischen Kontinents verbunden.
Den Versuchen einer Verdrängung im 20 Jahrhundert, durch rationale Denkweisen und politischen Ideologien geprägten Alphabetisierungsmaßnahmen, konnte sich die chinesische Schrift und
Kalligraphie erfolgreich erwehren.
Die heute gebräuchlichen Formen der Kurzschriftzeichen werden als Fortschritt empfunden, weil Rückwärtsorientiertes als unmodern gilt.
Die Beherrschung von Tinte / Tusche, Papier und Pinsel ist eine meditative Herausforderung, die konzentriertes Handeln in Raum und Zeit erfordert.
Die Besinnung auf die Kultur der Kalligraphen ist für Viele Verpflichtung zur Weitergabe alter Künste.













